MuT

Kanadische Höhepunkte - Eine Reise von Ost nach West

29Juli
2018

Kunterbunt - Was mir so noch aufgefallen ist.

In den Bärengebieten der Naturparks darf man nur zu mindest als Vierergruppe wandern.

Die Mülltonnen in den Parks haben einen "Sicherungsverschluss", da sie sonst die Bären plündern würden.

 

In den Zimmern gab es mit einer Ausnahme keine Deckenleuchten. Daher waren die Räume eher schlecht ausgeleuchtet.

In den Badezimmern gibt es überall eine Wanne mit einer fixen Brause von oben und jede Armatur funktioniert anders. Das führt manchmal beim ersten Gebrauch zu "bösen" Überraschungen. 

Im letzten Badezimmer befand sich ein witziges Verbotsschild. 

Die Friedhöfe bestehen hier nur aus Grabsteinen mit einer schönen Grünfläche.

28Juli
2018

Es geht nach Hause

Der letzte Tag der Reise beginnt ganz gemütlich mit Frühstück um 8.30 Uhr. Im 19. Stock ist nur für unsere Gruppe gedeckt und wir dürfen bis 10 Uhr das Buffet und den schönen Ausblick auf Vancouver und seinen Hafen genießen.

 

Danach packen Elisabeth und ich unsere Koffer und checken aus. Wir machen noch einen kleinen (Cacher)Spaziergang entlang des Wassers. Im Hafen stehen zwischen den Yachten einige witzig aussehende Hausboote. Und am Wasserflughafen ist immer etwas los.

 

Am Weg zum Flughafen verabschieden wir uns von unseren Reiseleiterinnen Gudrun und Maria, aber Maria fliegt mit uns eh auch noch nach Wien. Beim Einchecken gibt es dann gröbere Probleme, weil unser Flug nach Wien gecancelt worden ist. Aber das Lufthansapersonal dort ist anscheinend auch etwas unfähig, denn plötzlich finden sie unsere Buchung von Frankfurt nach Wien nicht mehr. Anschließend verlieren sie auch noch die Buchung für den Transatlantikflug für 4 Passagiere, darunter uns. Schlussendlich bekommen wir alle unsere Boardingpässe, aber wir zwei sind die einzigen, die erst für die Wienmaschine um 21.50 Uhr statt 12.50 Uhr eingebucht sind. In Frankfurt können wir das noch auf 17.50 Uhr ändern. Jetzt sitzen (manche schlafen, siehe Bild smile ) wir am Gate, haben noch 4 Stunden Wartezeit vor uns und freuen uns auf zuhause.



Danke, dass ihr uns auf unserer Reise begleitet habt und: Stay tuned. Denn im Jänner fliegt MuT nach Südafrika. Fortsetzung folgt also. :-)

27Juli
2018

Vancouver

Der heutige Tag beginnt mit einem Frühstück im Aquarium und wir haben danach die Möglichkeit, uns alles in Ruhe anzuschauen, bevor es für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

  


Anschließend machen wir eine Stadtrundfahrt. In den Außenbezirken ist es sehr grün mit hübschen Häusern, eher im englischen Stil. In der Innenstadt überwiegen natürlich die Hochhäuser, aber sie sind nicht so gedrängt wie in Toronto.


Der Nachmittag führt uns in den Capilano-Naturpark (Regenwald), dessen Sensation die 1889 erbaute und 140 m lange Hängebrücke ist.

 

Sie führt in 70 m  Höhe über eine Schlucht.Es sind sehr viele Besucher dort und die Brücke schwankt enorm. Wenn ich das vorher gewußt hätte, hätte ich eine Pille gegen Seekrankheit eingeworfen :-).
Es gibt sehr komfortable Holzstege und viele Informationstafeln.
Der Baumwipfelweg führt über Hängebrücken von einem Baum zum nächsten. Die sind aber angenehmer zu begehen, da sie wesentlich kürzer sind.
Damit ist das Programm der Reise abgeschlossen.
 

26Juli
2018

Viel am Wasser

Heute steht Whale Watching am Vormittagsprogramm. Wir wohnen so nahe am Inner Harbor, dass wir zu Fuß hingehen können. Das Wetter ist wieder wunderschön, am Boot wird es dann aber, sobald es volle Fahrt aufgenommen hat, doch empfindlich kühler. Unsere Gruppe ist gut ausgerüstet, aber andere Leute sind nur mit kurzer Hose und Spaghettiträgern gekommen. Offensichtlich kommt das öfter vor, denn man kann sich an Board Jacken ausborgen.:-)

Der Ausflug ist sehr erfolgreich. Zuerst sehen wir zwei Buckelwale, die nach einem längeren Tauchgang zuerst einmal 5 bis 6 Mal ihre Fontänen in die Luft schießen, da sieht man dann auch ihren Rücken, und danach dann zum nächsten Tauchgang ansetzen. Da kommen sie noch mehr zum Vorschein und man sieht ihre enorm großen Schwanzflossen. Na ja, so ein Ding kann schon 18 Meter groß und 40 Tonnen schwer werden.

( auch das sind Orcas smile )

Und danach sichten wir dann noch eine Orkafamilie. Die Mutter mit einem Baby und einem etwa Zweijährigen. Die Orkas sind viel kleiner als die Buckelwale, sie gehören zu den Zahnwalen und die Kinder bleiben ihr Leben lang bei ihrer Mutter. Warum wir so viel wissen? Die Besatzung besteht aus zwei naturalists, die sehr nett und sehr informativ sind.

Die ganze Fahrt dauert ungefähr 2 Stunden, danach haben wir noch ein bisschen Freizeit, bis wir uns wieder mit dem Bus in Richtung Fähre in Bewegung setzen. Gudrun zeigt uns noch ein paar Dinge in Victoria und schöne Wohnviertel in der Nachbarschaft. Die Gegend hier ist sehr beliebt, besonders auch als Alterswohnsitz, weil das Klima milder ist.

Die Fähre von Vancouver Island hinüber aufs Festland ist doch sehr anders als jene durch die Inner Passage. Das hier ist einfach ein Verkehrsmittel und somit eher funktionell. Aber wir finden schöne Plätze an Deck.

 

Das Wetter ist noch immer toll, es ist angenehm warm und man fährt nicht übers offene Meer, sondern zwischen vielen Inseln hindurch.

Nach 1,5 Stunden Fahrtzeit kommen wir aber nicht direkt in Vancouver an, sondern müssen noch ca. 1 Stunde fahren, bis wir in der Stadt sind. Das ganze gestaltet sich noch ein bisschen länger, weil wir so eine unfähige Fahrerin haben. Zu Beginn habe ich mich ja noch gewundert, warum sie nie den Weg findet. Warum hat die Frau kein Navi. Dann sah ich, dass sie schon ein Navi hat, aber offensichtlich kann sie es entweder nicht bedienen, oder sie kann den Anweisungen nicht folgen. Mir ist es vollkommen unverständlich, dass sie sich die Route vor dem Wegfahren anscheinend nicht anschaut. Aber in Port Hardy musste man zB nur zweimal links abbiegen, das wusste ich nach einem Blick auf die Karte, die an Board ausgelegen ist. Sie aber ...

Nun ist es schon recht spät, 20 Uhr, und Elisabeth und ich möchten noch etwas essen und trinken gehen. Wir würden auch ein paar nette Lokale in der Nachbarschaft finden, und es sind auch überall Tische frei, aber man muss sich ja - wie meistens hier - zuerst mal anmelden, und da erfahren wir, dass es zu Wartezeiten kommt, man sich also auf eine Wartliste setzen lassen kann. Wieder etwas, dass mir unverständlich ist: warum, bitte, wollen sie ihre Tische nicht verkaufen??? Wir finden dann aber noch etwas, dass zwar ein bisschen fancy daherkommt, dann aber gutes Bier und gutes Essen zu bieten hat. Die laute Musik muss man halt in Kauf nehmen.

Bis jetzt hat sich uns der vielgepriesene Charme von Vancouver noch nicht ganz erschlossen ...

25Juli
2018

Ein Fahrtag

Heute steht uns ein langer Bustag bevor. Es geht von Port Hardy die ganze Vancouver Island hinunter bis Victoria. 

Da die Gegend hier sehr schwach besiedelt ist, gibt es außer Gegend nicht viel zu besichtigen. 

Da man sich aber trotzdem zwischendurch die Füße etwas vertreten soll, bleiben wir beim sogenannten cablehaus stehen.

Von hier aus sollte eine Überlandleitung gebaut werden. Das Projekt wurde jedoch abgebrochen und so wurde mit den vorhandenen Kabeln ein Haus eingepackt. Leider hat das darin untergebrachte Café geschlossen.

In Cambell River machen wir unsere Mittagspause im Hafen bei Fisch and Chips. Hier gibt es bottomless Chips, wie wir das sonst nur mit Kaffee kennen gelernt haben. D. h. du bekommst Chips nach so viel du willst. 

 

Da man in Kanada in der Öffentlichkeit keinen Alkohol trinken darf, steht am Zaun des "Schanigartens" eine entsprechende Tafel. 

Im Ort Chemainus, der für seine Hausmalereien bekannt ist, machen wir unseren nächsten Halt und besichtigen diese beeindruckenden großen Gemälde.

 

In Viktoria angekommen, machen wir eine Stadtrundfahrt durch die Hauptstadt British Columbias und dann geht es ins Hotel Royal Scot Suite. Dem Namen entsprechend werden wir von einem Dudelsackpfeifer begrüßt. 

Im Zimmer dann ein Aufschrei von Claudia : die können uns doch nicht nur ein Bett geben, noch dazu nur ein Queensize (20 cm wenig als Kingsize, heißt 160 statt 180 cm). Ein Blick hinter die Wand von mir und ich kann sie beruhigen, denn dort steht ein Kingsizebett. Das ganze ist nämlich eine Suite. Schade, dass wir hier nur eine Nacht bleiben.

   

Wir holen uns dann noch 9 caches, trinken im Hafen ein Bier mit dem beleuchteten Parlament im Hintergrund. 

Der heutige Tag war sehr heiß (sind wir, seit wir im Westen sind nicht mehr gewohnt) aber jetzt verträgt man schon eine Weste. 

Endlich wieder eine schöne Stadt (die erste seit Banff).

24Juli
2018

Inside Passage

Heute ist der Weckruf schon um 4.30 Uhr, Aufbruch um 5.30 Uhr, denn die Fähre durch die Inside Passage nach Port Hardy auf Vancouver Island startet um 7.00 Uhr zu ihrer 16-stündigen Fahrt. Tatsächlich legen wir aber erst um 7.30 Uhr ab, als wir auf der Fähre bereits beim Frühstück sitzen.

(wir legen ab...)

Ein gemächlicher Tag steht uns bevor. Wir zwei haben als einzige der Gruppe eine Außenkabine gebucht. Die meisten anderen haben die Aurora Lounge gewählt. Nur wenige suchen sich einfach so Plätze auf der Fähre. Wir sind überrascht, wie großzügig und luxuriös die Fähre ist. Aber sie ist heute auch nur, wie ich später erfahre, zur Hälfte belegt.

Wir sind mit unserer Wahl der Kabine sehr zufrieden. Nach dem Frühstück hauen wir uns gleich mal aufs Ohr und als wir wieder aufwachen, ist der Nebel dem Sonnenschein gewichen. Wir gehen hinaus und lassen die Schönheit der Strecke auf uns wirken. Die Wasserstraße der Inside Passage besticht dadurch, dass sie durch die Insel- und Fjordlandschaft der Pazifikküste führt und man fast immer auf beiden Seiten "Land" sieht.

Wir besuchen auch die anderen in ihrer Lounge. Dort kommt man nur mit einem eigenen "Schlüssel" hinein, man hat einen eigenen Platz, bei dem man auch die Füße hochlegen kann. Von den Panoramafenstern profitieren sie nur bedingt, da ihre Plätze in der letzen Reihe liegen. Wie gesagt, wir sind mit unsere Außenkabine, die nur ein bisschen mehr kostet, sehr zufrieden, können wir uns dort doch immer zurückziehen, all unsere Sachen getrost liegen lassen, haben unser eigenes Klo (und Dusche) und zwei normalbreite Betten. Elisabeth meint, die Kabine wäre tolle als jene auf so manchem anderen Schiff in der Standardklasse.

Es ist wieder einmal erstaunlich, wie schnell so ein Tag, an dem man eigentlich nichts macht, vergehen kann. Wir sind immer wieder draußen, genießen die Natur, beobachten das einzige Zwischenanlegemanöver - und wundern uns über das gemächliche Tempo, in dem dies hier vonstatten geht -, spielen ein bisschen am Handy, tratschen, schlafen. Und wieder alles von vorne. :-) Highlights sind natürlich die Walsichtungen! Wir sehen Buckelwale und einmal für eine lange Zeit einen ausgesprochen verspielten Orka, der ständig seine Schwanzflosse oder seine Seitenflossen in die Höhe streckt. Ein tolles Spektakel. Mein erster Orka!!!! Ich bin begeistert.

Als Wiedergutmachung für jenen Tag in Banff, an dem wir aufgrund des Busproblems unser Programm vorzeitig beenden mussten, lädt uns das Reisebüro hier an Board zu einem Abendessen ein. Sehr fair. Besonders, da wir das versäumte Programm am nächsten Tag sowieso nachgeholt haben. Und beim Abendessen trifft sich wieder die ganze Gruppe, wir können uns fürs Buffet wirklich Zeit lassen, genießen die Wasserfontänen des vorbeiziehenden Buckelwales und die Zuwendungen des herzigen Kellners.

Danach ist es mit der Sicht sowieso vorbei - wir fahren jetzt auch übers offene Meer Richtung Vancouver Island. Wir beiden ziehen uns also zum Schlafen in unsere Kabine zurück, bis uns die Durchsage weckt, alle Passagiere mögen doch zu ihren Fahrzeugen gehen.

Circa um Mitternacht sind wir dann in unserem Hotel in Port Hardy. Gute Nacht!

23Juli
2018

Bis zum Pazifik

Heute haben wir beim Frühstück die Gelegenheit, uns selbst Waffeln zu machen. Das hatten wir bisher noch nie. Und sie gelingen auch - köstlich.

Unser erster Halt ist bei Lachsfischern. Diese hier fangen die Fische aber nicht für den Verzehr, sondern für wissenschaftliche Zwecke. Sie markieren sie und lassen sie oberhalb des Wasserfalles wieder frei. Sie verfolgen ihren Weg bis zum Laichplatz.

Wir befinden uns hier im Indianergebiet und besuchen ein sehr schönes, neues "Heimatmuseum".

Zu Mittag erreichen wir das Ksan Indian Village. Das originalgetreu aufgebaute Dorf gewährt uns einen Einblick in die Lebensweise der Gitskan Indianer.

 

Im Ort machen wir dann Mittagspause, die wir aber wie fast immer, nicht zum Essen sondern zum cachen nutzen. Und nun muss ich leider wieder einmal über Bier berichten. In Kanada ist es nämlich so, dass es Alkohol nur in speziellen Geschäften (ab 25 Jahren) gibt, nicht im Supermarkt. Claudia hat aber schon einen guten Blick dafür und hat auch in diesem kleinen Ort so ein Geschäft entdeckt und unsere Mitreisenden waren erstaunt wie wir mit zwei Dosen Bier zum Bus kamen. 

Unterwegs gibt es eine interessante Brücke über eine Schlucht, die wir, schon mit Rücksicht auf die Fotografen, zu Fuß überqueren. 

 

Vor einigen Tagen hat man uns fakultativ einen Rundflug in Prince Rupert an der Pazifikküste angeboten. 2/3 der Gruppe hat sich dafür entschieden und wir auch. Wie wir dort angekommen, stellt sich heraus  dass es sich um ein Wasserflugzeug handelt. Umso interessanter, denn mit so etwas waren wir noch nicht unterwegs. 

 

Der Flug war faszinierend. Es ging zwischen dem Küstengebirge hindurch, an zwei kleinen Gletschern vorbei. Wir überflogen viele kleine Seen, auf einem landeten wir zwischendurch bei einem Wasserfall und mir ist es gelungen von oben drei Schwarzbären zu erspähen. Ein ganz tolles Erlebnis!

   

Nachdem der ganze Tag sonnig und warm war, ist es hier am Meer am Abend empfindlich kühler. 

 

22Juli
2018

Ein Reisetag

Heute sind wir vor allem unterwegs. Wir verlassen Prince George, das für mich den Alptraum einer amerikanischen Stadt repräsentiert - es gibr hier nichts, und das auf viele Blöcke aufgeteilt (immerhin hat uns die gestrige Abendcachingtour auch in einen hübschen Park und ein nettes Wohnviertel gebracht) - Richtung Westen.

Das einzige Ziel heute ist Fort Saint James, ein ehemaliger Pelzhandelsposten der North West Company. Wir erfahren viel über das Leben in der damaligen Zeit.

 

Im Besucherzentrum gibt es sogar einen Film auf deutsch. Wir schauen uns diesen und die Ausstellung zuerst an, weil es wieder einmal zu regnen begonnen hat. Aber davor geht sich noch der Besuch des Hühnerrennens aus. In drei Durchgängen treten jeweils fünf Hühner gegeneinander an und man kann auf die Siegerin wetten.

Beim letzten Lauf gibt's aber eine Überraschung: statt Hühnern kommen schwarze Enten aus der Scheune.

Das wichtigste Gut damals war der Biberpelz, der in Europa für die Zylinder und andere Hüte verwendet wurde. Aber natürlich wurden auch viele andere Tiere um ihres Pelzes wegen gejagt: Bären, Wölfe, Füchse, Bisamratten, Vielfraße, Luchse, Marder, Hermeline, aber auch Eichkätzchen und Stinktiere. Das Fell der Tiere war im Winter am dichtesten, somit war das die Hauptsaison. Wie das Leben hier damals gewesen sein muss, möchte ich mir lieber nicht vorstellen.

Der Tag wird überschattet durch die Erkrankung eines Gruppenmitglieds. Er klagt über Schmerzen im Bein, die bis mittags so schlimm werden, dass er seine Beine quasi nicht mehr bewegen kann. Während wir im Fort sind, fährt Maria mit ihm ins lokale "Spital", die aber auch nicht mehr machen können, als ihm eine Injektion zu verpassen. Wir versuchen dann noch in diversen Orten, durch die wir kommen, eine Apotheke ausfindig zu machen, aber am Sonntag ist da nichts zu machen. Ich tippe mal auf einen akuten Bandscheibenvorfall oder so.

Unser heutiges Ziel ist Smithers, ein kleiner Ort, etwas hübscher als Prince George, in dem an einem Sonntagabend nicht gerade die Hölle los ist. Das vom Hotelpersonal empfohlene Lokal "Alpenhorn" (sic!) sperrt schon um 19.30 Uhr zu. Wir bekommen in einem Bierbeisl um 19.50 Uhr gerade noch etwas zur trinken, bevor dieses um 20 Uhr auch seine Pforten schließen.

21Juli
2018

Von Jasper nach Prince George

In der Früh hat es 8 Grad. Ganz schön frisch. Der Himmel ist verhangen. 

Bevor wir abfahren, beobachten wir noch einen Zug dieser Strecke zwischen Atlantik und Pazifik. Einige unserer Gruppe zählen die Waggons. Sie berechnen die Gesamtlänge des Zuges mit etwa 1,5 km. Die Strecke ist eingleisig und hier ist ein Ausweichbahnhof.

Wir fahren dann an einem kleinen See vorbei zum Pyramidensee, der von schönen Bergen eingerahmt sein soll. Wir sehen davon aber nichts, da die Wolken zu tief hängen 

Auf unserer Fahrt gegen Westen überqueren plötzlich drei Wapitis die Straße. Wir halten an und fotografieren sie vom Bus aus. 

Bei unserem nächsten Halt gehen wir zu einem Wasserfall, der im August von den Lachsen auf ihrem Weg zu den Laichplätzen bewältigt wird. 

Unser letzter Aufenthalt für heute ist bei einem gemäßigten Regenwald. Wir wandern auf bequemen Holzstegen ca 1 Stunde durch diese grüne Wildnis, die vor allem von riesigen Rotzedern geprägt ist. 

   

Von hier sollte man einen wunderbaren Blick auf den höchsten Berg der kanadischen Rocky Mountain haben. Uns blieb er aber leider verborgen.

Zu der Fahrt durch verschiedene Naturparks gestern und heute wäre noch zu erwähnen, dass riesige Abschnitte vom Borkenkäfer befallen sind und dadurch die Wälder braun sind. Die Zukunft wird hier sein, dass die befallenen Nadelwälder durch Laubwälder (hauptsächlich Espen) ersetzt werden. Was man auch an einigen Stellen schon erkennen kann.

Unsere Übernachtungsstadt ist heute Prince George. Das hört sich toll an, ist aber eine hässliche Stadt. Egal wo man (bedingt durchs cachen) hingeht, man fühlt sich immer wie in einem Gewerbegebiet. Das Hotel ist aber in Ordnung und das Bier auch - aber darüber wollte ich ja nicht mehr schreiben. 

 

20Juli
2018

Berge, Seen und Gletscher

Der Teil des Programms, der gestern wegen des Busproblems ausgefallen ist, wird heute nachgeholt. Deshalb fahren wir auch schon um 7.30 Uhr ab. Das Wetter ist schön, als wir uns von dem hübschen Städtchen Banff und dem für mich bisher schönsten Hotel dieser Reise verabschieden.

Zuerst geht's auf bereits bekannter Strecke am Lake Louise vorbei. Dann biegen wir jedoch in den Yoho Nationalpark ab. Wir bleiben am Kicking Horse Pass stehen. Als im 19. Jahrhundert die Eisenbahnstrecke quer durch Kanada gebaut wurde, gab es hier Probleme wegen der zu bewältigenden Höhenunterschiede. Man löste dies, indem hier in diesem Bereich zwei Spiraltunnel gebaut wurden. Leider kommen wir nicht in den Genuss zu sehen, wie ein Zug gerade durchfährt. Dies muss toll aussehen, da die Güterzüge hier sehr lang sind. Während oben die Lokomotive schon wieder herauskommt, fahren darunter die Waggons noch in den Tunnel ein bzw. umgekehrt.

Danach fahren wir zum schönen Emerald Lake, dem Smaragdsee.

Man muss schon sagen, dass die Seen und auch die Flüsse hier aufgrund des Gletscherwassers sehr toll gefärbt sind. Das Wasser ist immer milchig und enthält Gletschermehl, kleine Steinpartikel, die das Licht anscheinend anders brechen und so die ungewohnten Farben hervorrufen.

Wir fahren auch zur Natural Bridge, einem ehemaligen Wasserfall, der irgendwann einmal unterspült wrude. Mit den tosenden milchigen Wassermassen schaut das schon wirklich sehr beeindruckend aus.

Retour am Transkanadischen Highway farhen wir noch zum Peyton Lake, auch er toll gefärbt, von Bergen umgeben, und direkt von einem Gletscher gespeist. Wir befinden uns hier schon auf dem Abschnitt, der Icefields Parkway genannt wird, weil es hier so viele Eisfelder uns Gletscher gibt.

 

Für uns Österreicher*innen ist das schon sehr beeindruckend, nachdem wir ja mit Gletschern nicht allzu reich gesegnet sind.

Unser nächstes Ziel ist der Athabasca Gletscher am Columbia Eisfeld. Dort sind wir für eine Tour mit dem Gletscherbus angemeldet.

 

Als wir ankommen, erfahren wir jedoch , dass sich unser Termin nach hinten verschoben hat. In der Früh gab es hier ein heftiges Gewitter, sodass sie erst später mit ihren Touren beginnnen konnten. Das hat natürlich den gesamten Tagesplan durcheinander gebracht. Auch bei unserer Fahrt hierher hat es zwischendurch geregnet und auch als wir in der Cafeteria warten - dieses Mal zahlt sich der inkludierte Refill beim Kaffee immerhin wirklich aus :-) - beginnt es wieder zu schütten. Aber schlussendlich sind wir tatsächlich an der Reihe. Die Schneebusse sind wirklich tolle Fahrzeuge: die sechs Räder haben eine Höhe von 1,65 m und eine Breite von 1 m. Wir fahren damit einen Abhang mit 32 % Gefälle hinab (das Ding würde bis 36 % schaffen) über die Seitenmoräne und hinauf auf den Gletscher. Dort kann man dann am Gletscher herumgehen.

Es hat hier zwischen 0 und 5° C. Der Athabasca Gletscher selbst ist 8 km lang und 1 km breit. Er schrumpft jedes Jahr um 10 bis 15 Meter. Links und rechts sieht man auch noch andere Gletscher.

Es bleiben uns nun noch 1,5 Stunden Fahrtzeit bis nach Jasper. Nun werden die Berge wieder etwas niedriger - die höchsten hier in den Rockies sind ca. 4000 m hoch. Wir sehen auch noch einen Bären. Wir hatten schon am Vormittag einen gesehen. Beide Male sind die Schwarzbären parallel zur Straße unterwegs gewesen. Man sieht immer nur Teile von ihnen, weil sie ja im Wald/Busch unterwegs sind, aber es ist schon ein großes Glück, und ich muss sagen, dass sind ganz schöne Kaliber!

Nach dem Einchecken im Hotel in Jasper holen sich Elisabeth und ich noch ein paar Caches. Dabei sehen wir zwei Wapitis, die seelenruhig entlang der Gleise grasen und sich nicht einmal von einem durchfahrenden Zug stören lassen. Wir sind begeistert! Wir gehen auch noch essen und lassen dann den Tag im Whirlpool am Dach - wieder sind wir die einzigen, die dieses Service nutzen - mit Blick auf die Berge und den sich verdunkelnden Himmel ausklingen. Gute Nacht!

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