05Juni
2025

Es geht wieder nach Hause

Der letzte Tag unserer Reise war nur mehr der Rückreise gewidmet. Und es hat alles gut geklappt. Die AUA brachte uns direkt und ohne Probleme zurück nach Wien.

Danke euch allen für eure Begleitung bei dieser schönen Reise.

04Juni
2025

Die Wiege Portugals

Unser letzter Tag in Portugal beginnt mit einer Überraschung: es regnet! Während der Busfahrt nach Braga fällt das auch nicht weiter ins Gewicht. Nur leider steht als erstes die Wallfahrtskirche Bom Jesus do Monte am Programm. Und von dort oben sollte man eigentlich einen schönen Blick haben. So aber befinden wir uns im Nebel.

Immerhin regnet es nicht mehr wirklich. Und die großzügige Anlage mit - neben der Kirche selbst - drei Hotels, Gärten, einer Grotte, einer Treppenanlage ähnlich jener von Lamego und einer hydraulisch betriebenen Standseilbahn erscheint aufgrund der Witterung direkt mystisch.

Nun geht es runter in die Stadt Braga selbst. Sie wird aufgrund der Vielzahl an Kirchen das portugiesische Rom genannt.

Wir machen einen Stadtspaziergang. Wir sehen unter anderem den ehemaligen erzbischöflichen Palast mit dem Barbaragarten davor und die Kathedrale, die die erste in Portugal war.

In einem Kaffeehaus verkosten wir dann noch die einheimische Mehlspeise, eine Art Eclaire mit Vanillefüllung. Für zwei Espressos und eine Mehlspeise zahlen wir unglaubliche € 3,20.

Von Braga fahren wir nach Guimaaraes, das als Wiege der Nation gilt, weil hier der erste König Portugals geboren wurde. Und dieser Ort ist wirklich ein guter Schlusspunkt der Reise, weil er uns ausgeprochen gut gefällt. Der mittelalterliche Stadtkern mit seinen engen Gassen ist sehr gepflegt. Es gibt außerhalb eine Burg und einen großen Palast. Wir sehen Teile der Stadtmauer, schöne Herrenhäuser, Kirchen und Türme.

 

Das Wetter hat sich schon längst stabilisiert und die Temperatur ist mittlerweile ideal. Als wir nach Porto zurückkommen, machen wir also noch bei Sonnenschein eine allerletzte Tour bergauf und bergab um ein paar Cachepunkte zu besuchen.

Das letzte Abendmahl nehmen wir wieder in dem netten kleinen Lokal in der Nähe des Hotels ein. Heute wird auch unserer Reiseleiterin Ana und unserem Fahrer Abel gedankt. Es war wirklich eine gelungene Reies und es hat alles gut geklappt.

03Juni
2025

Porto

Der heutige Tag ist ganz Porto gewidmet. Zuerst machen wir mit dem Bus eine Fahrt durch die äußeren Bezirke, bis zur Mündung des Douros in den Atlantik. Dort scheint zwar die Sonne, aber es ist sehr stürmisch und kühl.

Durch die Stadt selbst geht es dann zu Fuß. Wir sehen unter anderem die Kathedrale, den Bahnhof Sao Bento, der für die Kacheln in der Vorhalle berühmt ist oder einen in eine Touristenattraktion umgebauten Markt.

Insgesamt ist zu sagen, dass es in Porto einerseits viele Baustellen gibt - zurzeit wird an einer neuen U-Bahn-Linie gebaut -, andererseits viele baufällige und verfallene Häuser. Letzeres erinnert uns eher an Bukarest oder Sofia.

Am Nachmittag besichtigen wir den Börsenpalast, der eigentlich keine Börse, sondern der Sitz der Wirtschaftskammer ist. Besonders beeindruckend ist der maurische Saal mit seiner üppigen Verzierung.

 

Das Altstadtviertel Ribeira am Fluss Douro gelegen gefällt uns besser, hier sind die alten Häuser besser in Schuss. Bei einer Bootsfahrt am Douro sehen wir alle Brücken der Stadt, darunter zwei alte Stahlbrücken, eine davon von Gustave Eiffel.

Die andere finde ich jedoch besonders genial, weil sie auf zwei Ebenen verläuft. Eine davon weit unten beim Fluss, die andere weit oben, vom Hügel auf dem die Kathedrale liegt hinüber in die Schwesternstadt Gaia. Porto und Gaia sind auch die Keimzelle des Staates, aus den beiden Ortsnamen leitet sich der Name Portugal ab.

 

Nach dem Abendessen in einem urigen Lokal an der Flusspromenade fahren wir zwei nicht mit dem Bus retour ins Hotel, sondern spazieren von Cachepunkten geleitet durch die verschiedenen Teile der Altstadt, zu Kirchen, Aussichtspunkten und der wunderschönen Buchhandlung Lello, die angeblich J. K. Rowling als Inspiration für ihre Harry-Potter-Bücher verwendet hat.

 

02Juni
2025

Durch die Weinberge

Heute brechen wir etwas früher auf, denn wir haben einen Termin in Coimbra, in der altehrwürdigen Bibliothek der Universität.

Und dort darf man nicht zu spät kommen. Und tatsächlich herrscht dort ein strenges Regime. Das bemerken wir schon bei der Klopause. Wenn man kein Besucherticket hat, muss man gleich mal € 1.50 blechen. Außerdem muss man sich getrennt nach Männchen und Weibchen anstellen und darf den Vorvorraum erst betreten, wenn die Klofrau das Okay gibt.

Coimbra war früher einmal die Hauptstadt Portugals und verfügt über die angesehenste Universität des Landes, die teilweise im ehemaligen Königspalast untergebracht ist. Wir besichtigen die Universitätskapelle und das Universitätsgefängnis. Und danach geht es in die Bibliothek. Dort wird zwischen den Besichtigungsslots immer 10 Minuten Pause eingelegt, um den Saal richtig zu lüften. Während der Besichtigung läutet nach 5 Minuten eine Glocke, um die Halbzeit anzuzeigen. Beim nächsten Läuten  muss man dann die Biblothek verlassen. Ana erzählt uns außerdem, dass es in der Bibliothek, die ganz aus Holz besteht, eine Kolonie an Fledermäusen gibt, die für die Vernichtung der Holzwürmer gehalten wird. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob dies wirklich stimmt oder eine urban legend ist.

Wir sehen danach auch noch den Doktorhütesaal, der für die Prüfungen von ausgezeichneten Studierenden verwendet wurde, und den privaten Prüfungssaal.

Immer mit schönen Decken, Azulejos und Verzierungen.

Unser nächster Stopp bringt uns nach Lamego. Während die anderen einkehren, beschließen wir zwei, die 686 Stufen zur Wallfahrtsbasilika hinaufzusteigen.

Die Doppeltreppe führt über mehrere mit Brunnen oder Azulejos geschmückte Terrassen bergan. Natürlich sind auch die Cachepunkte am Weg ein gutes Argument, den Aufstieg in Angriff zu nehmen. Oben angekommen schauen wir uns die Kirche an, bevor wir beim Kiosk einkehren und auf unsere Gruppe warten. 

In der Früh war es heute um einiges kühler als zuletzt, aber mittlerweile ist es wieder angenehm warm. Wir setzen uns gerne in den Schatten. 

Am Nachmittag steht eine Verkostung auf einem Weingut am Programm. Der Weg dorthin führt durchs högelige Land, das der Ginster wunderbar gelb färbt.

Je näher wir dem Douro kommen, umso mehr übernehmen die Weinberge die Vorherrschaft. Es ist eine tolle Gegend mit Wein soweit das Auge reicht. Die Bewirtschaftung der teils wirklich sehr steilen Flächen hier muss eine Herausforderung sein. Beim Weingut angekommen, werden wir von einem sehr von sich und seiner Arbeit überzeugten Verwalter empfangen.

Nach seiner Einführung auf Englisch verkosten wir einen Weißwein und einen Roséwein, beide sehr frisch und süffig. Danach einen weißen und einen roten Portwein. Auch sehr gut, aber natürlich etwas ganz anderes. Die Philosophie hier ist ebenfalls eine ganz andere. Während bei uns die Rebsorte das zentrale Element ist, zählt beim Portwein nur, dass er zwischen 19 und 19,5 % Alkohol aufweist. Die Rebsorte ist egal. Die Produzenten kaufen einfach die Ernte der veschiedenen Winzer in der Gegend auf und mischen daraus ihren Portwein.

Nach der Verkostung fahren wir noch nach Porto, wo wir Quartier beziehen und in einem kleinen Lokal in der Nähe des Hotels zu Abend essen. 

01Juni
2025

Vom Mittelalter nach Fátima

Nach drei Tagen in unserem Hotel in Lissabon heißt es nun wieder mal Koffer packen. Wir fahren nach Óbidos, einem schön im hügeligen Landesinneren gelegenen, mittelalterlichen Städtchen.

Es ist ganz von einer Stadtmauer umgeben und besticht durch seine weißen Häuschen und die engen Gassen. Heute findet hier zufälligerweise ein Mittelalterfest vor allem der Bogen- und Armbrustschützen statt.

Sie kommen uns auf unserem Weg rauf zur Burg in einem Umzug entgegen. Óbidos ist auch für seine Schokolade und das jährlich stattfindende Schokoladefest bekannt. Vor 2 Jahren wurden hier die schon verkosteten Schokostamperl kreiert. Im Bus lässt Ana eine Box mit einheimischen Pralinen durchgehen. Lecker.

Der nächste Halt führt uns nach Nazaré, zuerst hinauf auf das Felsplateau in den Ortsteil Sítio. Von hier heroben hat man einen schönen Blick auf den 2 km langen und sehr breiten Sandstrand der Unterstadt.

Am Ende der Klippen gibt es hier im Meer die tollsten und höchsten Wellen. Ein Eldorado für Wellenreiter. Hier wurde auch der Weltrekord aufgestellt: die größte je gesurfte Welle war 26,2 Meter hoch.

Die Unterstadt ist sehr touristisch mit vielen Geschäften und Lokalen. Der breite helle Strand sieht toll aus, aber heute ist es bedeutend kühler als zuletzt.

Und außerdem hat das Wasser hier - auch im Hochsommer - maximal 16°. Hm, der Atlantik ist halt nicht das Mittelmeer. Während die meisten der Gruppe Fisch essen gehen, spazieren wir herum, überlegen, mit dem Schrägaufzug nochmals in die Oberstadt zu fahren, verwerfen die Idee wegen der unregelmäßigen Fahrtzeiten jedoch und setzen uns etwas erhöht am Ende der Promenade vor eine Bar. Die Schale Oliven zum Bier kostet hier nur € 1,--. Was für eine Okkassion.

In Alcobaca besichtigen wir die Kirche des UNESCO-Weltkulturerbes, der Zisterzienserabtei. Wir kommen gerade noch rechtzeitig, bevor die Kirche aufgrund der anstehenden Firmung - für mich sehen die Kinder eher nach Erstkommunion aus - für Besucher gesperrt wird.

Unser besonderes Augenmerk gilt hier den beiden Grabmalen von Pedro und Ines, die eine tragische unstandesgemäße Liebesgeschichte verband.

Schlussendlich kommen wir in Fátima an, beziehen unser Quartier und machen uns nochmals auf den Weg, um das Kernstück des Wallfahrtsortes zu besichtigen.

Den riesigen Platz - angeblich zweimal die Größe des Petersplatzes - zwischen alter und neuer Basilika. Die alte Basilika - wobei zu sagen ist, dass diese ja auch erst in den 40er oder 50er Jahren erbaut wurde, mit den Grabmälern der drei Kinder, denen 1917 Maria erschienen ist. Den Bereich, wo man Kerzen entzünden kann.

Ana hatte verbrennen gesagt und ich dachte an eine Fehlübersetzung, aber tatsächlich brennen unter den Reihen an Kerzenhalterungen Feuer, damit die Kerzen wohl schneller verbrennen. Wir wollen uns dann noch die neue, erst 2017 eröffnete Basilika, die 9000 Gläubigen Platz bietet, anschauen, aber leider sperrt diese um 19 Uhr. Da sind wir 5 Minuten zu spät dran. Schade, das riesige goldene Altarbild hätte mich interessiert. Und auch die Innenraumgestaltung.

Nach dem Abendessen im Hotel machen wir uns nochmals auf den Weg - unser Hotel liegt dafür wirklich günstig - zurück zum großen Platz, weil dort allabendlich eine Lichterprozession stattfindet. Aber zuvor wird noch lange in der großen Open-Air-Kapelle gebetet, sodass wir die Prozession nicht mehr erleben, sondern die Kerze, ähh, das Handtuch werfen.

Ein Kuriosum: über den Platz verläuft ein Band aus Marmor - oder eben ganz glattem Stein. Auf diesem rutschen immer wieder Pilger*innen auf ihren Knien dem Heiligtum entgegen. No comment.

 

31Mai
2025

Sintra und die portugiesische Riviera

Heute fahren wir nach Sintra, der ehemaligen Sommerresidenz der portugiesischen Monarchen.

Das Schloss ist im Ursprung 600 Jahre alt, aber es wurde immer wieder etwas dazugebaut, sodass es nun viele verschiedene Stile vereint. Überraschenderweise ist es heute sehr ruhig hier, sodass Ana ihre Führung recht ausgiebig gestalten kann.

Besonders interessant sind die verschiedenen Arten von Azulejos, die man hier bewundern kann. Es handelt sich dabei um gebrannte, bemalte und glasierte Fliesen. Die Kunst geht eigentlich auf die Mauren und andalusische Künstler zurück. Es gibt dabei geometrische, aber auch pflanzliche Muster. Die Farben sind zumeist verschiedene Blau- und Grüntöne.

Von außen fallen beim Palast insbesondere die beiden sehr hohen kegelförmigen Rauchfänge der Küche ins Auge. Und natürlich die verschiedenen Fensterumrandungen im maurischen oder manuelinischen Stil.

Nach der Führung verkosten wir auch noch die lokalen Pasteles, wieder kleine Küchelchen, die eher wie kleine Quiches aussehen. Dieses mal jedoch nicht mit einer Vanillecremefüllung, sondern mit einer festeren Füllung. Und auch der Teig ist viel krosser. Dazu lädt uns ein Pärchen aus der Gruppe auf einen Sauerkirschenlkör ein, den uns Ana zuvor schon empfohlen hat. Lustigerweise kann man diesen hier in verspeisbaren Schokoladestamperln bekommen. Doppeltes Vergnügen.

Nach ein bisschen Erforschung des Ortes auf eigene Faust fahren wir in einen kleineren Ort in der Nähe, wo wir zu Mittag essen.

Danach geht es dann weiter Richtung Küste. Diese ist hier großteils sehr wild und felsig, aber es gibt auch Sandstrände und schöne Dünen. Als wir uns Cabo de Roca, dem westlichsten Punkt Festlandeuropas näher, wird es plötzlich nebelig und wir fühlen uns an unser Nordkaperlebnis erinnert.

Dort hatten wir nämlich Null Sicht. Ganz so schlimm ist es hier nicht, aber es ist nun doch bedeutend kühler und es geht ziemlich viel Wind.

Die niedrige Vegetation hier ist sehr interessant und hat viele bunte Blumen zu bieten.

In Cascais legen wir auch noch einen Stopp ein. Jetzt sind wir zwar immer noch an der Atlantikküste, aber hier weist diese nun nicht Richtung Westen, sondern Richtung Süden. Wie auch zuvor schon in Küstennähe, ist auch hier extrem viel los. Heute ist Samstag und das Wetter ist schön.

Da zieht es wohl nicht nur Ausländer, sondern auch Einheimische ans Meer und an den Strand. Die Region hier heißt auch nicht umsonst die Sonnenküste oder die portugiesische Riviera. Bekannt ist auch der Ort Estoril, nicht nur für sein Kasino.

Nachdem wir heute kein gemeinsames Abendessen haben, fahren wir zwei - und ein paar andere - nicht mit zum Hotel, sondern steigen früher aus und verbringen den Abend im Zentrum von Lissabon. Beim Lösen des Öffitickets passiert uns - aber auch den anderen - ein kleines Missgeschick, denn wir erstehen nicht zwei Tagestickets für zwei Personen, sondern ein Zweitagesticket für eine Person.

Wir fahren zuerst mit der Ü-Bahn und danach dann mit einer dieser kleinen, kurzen und alt wirkenden Straßenbahnen. Diese schlängeln sich teilweise durch die engsten Straßen bergauf und bergab durch die Altstadt.

Dabei überholen uns zu Beginn manches Mal die Füßgänger. Auch weil es in diesen Gassen teilweise sogar Verkehr in beide Richtungen gibt. Und die Straßenbahn nur warten kann, bis sich das Verkehrschaos auflöst.

Nach einer Pause bei einem Miradour - einem Aussichtspunkt - nehmen wir dann wieder eine dieser Bims. Es ist eine abenteuerliche Fahrt in den Abend hinein.

30Mai
2025

Lissabon

Beim Frühstück gibt es heute etwaa Aufregung, weil ein amerikanischer Tourist kollabiert. Aber gottseidank erholt er sich rasch wíeder.

Der heutige Tag ist Lissabon gewidmet. Wir spazieren zuerst durch die Baixa, die Unterstadt, die nach dem großen Erdbeben von 1755 schachbrettartig neu angelegt wurde. Danach fahren wir mit Aufzügen in die Alfama, die Altstadt mit ihren Aussichtspunkten und den engen, gewundenen Gassen.

 

Die Stadt ist sehr schön und pittoresk, aber auch sehr touristisch und überlaufen. Bei der bekannten Straßenbahnlinie 28, die einwaggonig durch die engen, kurvigen und steilen Straßen fährt, muss man sich lange anstellen, um mitfahren zu können.

Und neben normalen Taxis gibt es auch noch touristische E-Taxis verschiedenster Bauart.

Nach einer zweistündigen Mittagspause, während der wir zwei uns zuerst in ein Lokal zurückziehen, weil es draußen einfach zu heißt ist, danach dann aber wieder der Hitze trotzen, um uns die Stadt ein bisschen zu ergehen, fahren wir nach Belen, einem anderen Stadtviertel weiter westlich, um uns dort das Hieronymuskloster anzuschauen, ein Paradebeispiel des verspielten manuelinischen Baustils.

Zuerst besichtigen wir die Kirche, in der sich zB auch das Grabmal von Vasco da Gama befindet. Danach dann den zweistöckigen Kreuzgang des Klosters.

Ein weiterer Stopp gilt dem Turm von Belem, der jedoch leider eingerüstet ist. Er liegt am Tejo.

Genauso wie das monumentale Denkmal der Entdeckungen.

Von hier aus sehen wir auch wieder Cristo Rei auf der anderen Tejoseite und die "Golden Gate Bridge". Bevor wir wieder den Bus besteigen, verwöhnt uns Ana noch mit ganz frischen Pasteis de Belem, eine Art kleiner runder Blätterteigküchlein, die mit einer Vanille/Puddingcrem gefüllt sind. Wirklich sehr lecker.

 

Das war wieder ein sehr schöner und ausgefüllter Tag. Im Quartier haben wir gerade mal eine Stunde Zeit bis zum Abendessen. Danach setzen wir uns mit ein paar Mitreisenden noch in der Bar zusammen und jetzt schreibe ich noch den Reisbericht. Aber nun: Gute Nacht!

29Mai
2025

Évora

Der heutige Vormittag ist Évora gewidmet, einer hübschen Stadt, die auch UNESCO Weltkulturerbestatus hat.

Die Altstadt ist teils von einer Stadtmauer umgeben. Es gibt hier auch den einzigen noch erhaltenen römischen Tempel der Iberischen Halbinsel.

Wir besichtigen die Kirche San Francisco, wo wir wieder den bereits bekannten vergoldeten Schnitzereien in den Seitenkapellen begegnen.

Die größte Attraktion der Kirche ist aber die Knochenkapelle, bei der alle Wände und Säulen mit Knochen und Totenschädeln bedeckt sind. 

Memento mori. Außerdem gibt es hier eine Sammlung von unterschiedlichsten Krippen zu bewundern, manche davon ähneln Wimmelbildern.

Schön ist es, durch die teilweise sehr engen Gassen zu spazieren und die Geschäfte in den Arkadengängen zu betrachten. Bekannt ist die Gegend für Keramik, Produkte aus Kork, Stockfisch und diverse Leckereien.

Elisabeth meint zu den Gebäuden, dass sie sich die Orte hier genauso vorgestellt hat: weiße Fassaden, teilweise schön gestaltete Fenstereinfassungen, Balkone aus Schmiedeeisen.

Wie schon gewohnt, nutzen wir die Mittagspause nicht um essen zu gehen, sondern um uns die Stadt noch mehr zu erwandern und dabei unserem Hobby zu frönen. Ein kleines Bierchen im Schatten des Erzbischöflichen Palais geht sich aber trotzdem aus. Apropos Schatten: Es ist wieder sehr warm, oder eher heiß mit 35° C bei strahlend blauem Himmel.

Nun geht es mit dem Bus Richtung Westen, Richtung Lissabon. Bevor wir über die Brücke des 25. April über den Tejo in die Hauptstadt Portugals fahren, machen wir noch Halt bei der Cristo Rei Statue, die durch die Statue desselben Namens in Rio de Janeiro inspiriert wurde.

Die Brücke, die man von diesem Aussichtspunkt gut sieht, ähnelt hingegen der Golden Gate Bridge. Sie wurde auch von demselben Unternehmen gebaut.

Nach dem Einchecken im Hotel machen wir noch einen Spaziergang zu einem Park, von dem man einen schönen Blick auf einen Teil der Stadt und den Tejo hat. Beim Abendessen sind wir heute die einzigen Gäste im Hotelrestaurant und danach gibt es noch einen Absacker in der Bar.

Nachtrag zu gestern: In Lagos haben wir auch den Ort besucht, in dem es den ersten Sklavenmarkt Europas gab.

Gestern schrieb ich im Blog über die Störche, heute möchte ich die vielen Schwalben erwähnen, die hier auch in den Orten präsent sind. Ich schaue ihnen ja gerne zu, weil sie wirkliche Flugmeister sind. Und hier dürfen sie anscheinend einfach so unter den Dachvorsprüngen der schönen alten Häuser ihre Nester bauen.

28Mai
2025

Der wilde Westen

Beim Frühstück überrascht uns das große Angebot an süßen Sachen. Da schafft man es gar nicht, sich ganz durchzukosten.

Wir fahren heute zuerst einmal Richtung Westen nach Sagres.

 

Wir besichtigen dort die Festung, in der Heinrich der Seefahrer die erste Seefahrerschule gegründet haben soll. Davon zeugt aber nur mehr eine große Windrose von 43 Metern Durchmesser. Ansonsten gibt es hier ein kleine Kirche aus dem 16. Jahrhundert, die jedoch wegen Renovierung geschlossen ist. Schön ist auch der Blick auf die wilde Küste, die Wellenreiter und das Kap von Sao Vicente, den südwestlichsten Punkt Europas, das unser nächstes Ziel sein wird. Hier in der Festung finden wir auch unseren ersten richtigen Cache, also eine Dose. Juchu!

Beim Kap kann man leider nur durch das verschlossene Tor einen Blick auf den Leuchtturm werfen. Dafür bewundern wir noch mal die umtoste Küste. Dieses Mal sowohl in östlicher als auch in nördlicher Richtung.

Nun fahren wir nach Lagos, einem lebhaften Ort an einer großen Bucht. Zuerst gehen wir durch die Fußgängerzone zur Kirche San Antonio.

Wir besichtigen das angeschlossene Museum und danach die kleine Kirche selbst, deren Wände unten von den typischen blau-weißen Azulejo-Fliesen und darüber von vergoldeten Schnitzereien bedeckt ist. Ein barockes Paradebeispiel.

Die nächsten zwei Stunden verbringen wir zwei mit einer durch Cachepunkte inspirierten Stadtbesichtigung, einer Einkehr auf ein Bierchen - lustigerweise heißt die hier sehr verbreitete Marke Superbock - und einen Espresso, der hier einfach - wie in Italien - cafe heißt. Unsere Reiselieterin meinte gestern, dass dieser in nicht-touristischen Lokalen 85 Cent kosten würde. Das wäre auch das höchste der Gefühle, denn wie sollte man sich sonst seine täglichen 4 Kaffees leisten können?

Am Nachmittag steht uns dann eine längere Busfahrt Richtung Norden bevor. Wir wechseln von der Region Algarve in die Region Alentejo - jenseits des Tejo - nach Evora. In dieser Region wird viel Getreide angebaut - das schon abgeerntet ist -, Oliven, Wein und auch anderes Obst. Außerdem gibt es hier viele Korkeichen zur Korkgewinnung und Viehzucht - Rinder und Schafe.

Schon gestern sind uns die mancherorts sehr zahlreich auftretenden Störche aufgefallen. Auch heute sehen wir sie wieder in ihren Nestern oder bei der Nahrungssuche.

Unser Hotel ist nicht direkt in Evora - wir werden die Stadt morgen besichtigen -, sondern etwas außerhalb. Zur Begrüßung gibt es dieses Mal ein Glas lokalen Weißwein. Und danach muss ich mich beeilen, dass ich noch zwei Runden - oder eher Halbmonde, der Beckenform entsprechend - im Pool drehen kann, bevor wir zum Abendessen gehen. Es gibt einige lokale Spezialitäten, wobei der Fokus besonders auf den kalten Vorspeisen und den Desserts liegt. Elisabeth verkostet die Schweinsohren und die marinierte Leber. Zu der Haifischsuppe können wir uns aber beide nicht durchringen.

Bei noch immer warmen Temperaturen trinken wir anschließend mit zwei Pärchen unserer Gruppe noch ein Glas Rotwein auf der Terrasse, bevor uns lästiges fliegendes Getier ins Zimmer scheucht.

27Mai
2025

Auf geht's an die Algarve

Am Morgen fliegen wir zuerst nach München und von dort dann weiter nach Faro. Dort werden wir von unserer Reiseleiterin Ana - sie ist Portugiesin und sehr klein - in Empfang genommen. Unsere Gruppe besteht dieses Mal aus 13 Personen. Wir haben also im 37-sitzigen Bus, der uns die gesamte Reise begleiten wird, viel Platz.

Auf der ca. 1-stündigen Fahrt nach Portimao lässt Ana zuerst unseren Reiseverlauf Revue passieren, dann erzählt sie uns etwas zur Geographie des Landes und speziell zur Algarve, der Region, in der wir uns zurzeit befinden. Hier werden viele Orangen angebaut, Oliven, Wein, Feigen und Johannisbrot. Der Name Algarve selbst stammt aus dem Arabischen (von den Mauren) und heißt Reich im Westen.

Unser Hotel liegt nahe der Küste und ist ein Klotz. Aber die Zimmer sind schön und wir haben Blick aufs Meer.

 

Wir gehen vor dem Abendessen noch spazieren. Die Steilküste entlang und auch hinunter zum Strand. Hier im Westen ist die Algarve wilder als im Osten, wo es die langen Sandstrände gibt. Wir treffen viele Katzen, die Gegend hier ist anscheinend sehr katzenfreundlich.

 

Zurück im Hotel drehe ich noch 5 Runden im Pool, bevor wir zum Abendessen gehen. Buffet im Hotel. Danach machen wir noch einen längeren Spaziergang in die andere Richtung die Küste entlang. Hier wird es nun touristischer mit Lokalen, Geschäften, einer Partymeile. Erinnert uns alles stark an Jesolo, aber im kleinen Rahmen. Denn bald ist es wieder ruhiger und wir gehen bis zur Festung Santa Catarina. Ein Cache hat uns hierhergeführt.

Wieder retour im Hotel - es waren nun doch so an die 4,5 km Verdauungsspaziergang - fallen wir ins Bett. Dazuzusagen ist, dass es zu Österreich eine Stunde Zeitverschiebung gibt. Zuhause ist es nun also fast Mitternacht und wir sind beide schon seit 5 Uhr auf.

Vielleicht noch zur Temperatur: tagsüber hatte es 28°. Auch jetzt am Abend ist es noch angenehm warm. Morgen sollen es 30° werden und übermorgen 35°. Wie schaut es bei euch zuhause aus?