Nach drei Tagen in unserem Hotel in Lissabon heißt es nun wieder mal Koffer packen. Wir fahren nach Óbidos, einem schön im hügeligen Landesinneren gelegenen, mittelalterlichen Städtchen.

Es ist ganz von einer Stadtmauer umgeben und besticht durch seine weißen Häuschen und die engen Gassen. Heute findet hier zufälligerweise ein Mittelalterfest vor allem der Bogen- und Armbrustschützen statt.

Sie kommen uns auf unserem Weg rauf zur Burg in einem Umzug entgegen. Óbidos ist auch für seine Schokolade und das jährlich stattfindende Schokoladefest bekannt. Vor 2 Jahren wurden hier die schon verkosteten Schokostamperl kreiert. Im Bus lässt Ana eine Box mit einheimischen Pralinen durchgehen. Lecker.
Der nächste Halt führt uns nach Nazaré, zuerst hinauf auf das Felsplateau in den Ortsteil Sítio. Von hier heroben hat man einen schönen Blick auf den 2 km langen und sehr breiten Sandstrand der Unterstadt.

Am Ende der Klippen gibt es hier im Meer die tollsten und höchsten Wellen. Ein Eldorado für Wellenreiter. Hier wurde auch der Weltrekord aufgestellt: die größte je gesurfte Welle war 26,2 Meter hoch.
Die Unterstadt ist sehr touristisch mit vielen Geschäften und Lokalen. Der breite helle Strand sieht toll aus, aber heute ist es bedeutend kühler als zuletzt.

Und außerdem hat das Wasser hier - auch im Hochsommer - maximal 16°. Hm, der Atlantik ist halt nicht das Mittelmeer. Während die meisten der Gruppe Fisch essen gehen, spazieren wir herum, überlegen, mit dem Schrägaufzug nochmals in die Oberstadt zu fahren, verwerfen die Idee wegen der unregelmäßigen Fahrtzeiten jedoch und setzen uns etwas erhöht am Ende der Promenade vor eine Bar. Die Schale Oliven zum Bier kostet hier nur € 1,--. Was für eine Okkassion.
In Alcobaca besichtigen wir die Kirche des UNESCO-Weltkulturerbes, der Zisterzienserabtei. Wir kommen gerade noch rechtzeitig, bevor die Kirche aufgrund der anstehenden Firmung - für mich sehen die Kinder eher nach Erstkommunion aus - für Besucher gesperrt wird.

Unser besonderes Augenmerk gilt hier den beiden Grabmalen von Pedro und Ines, die eine tragische unstandesgemäße Liebesgeschichte verband.
Schlussendlich kommen wir in Fátima an, beziehen unser Quartier und machen uns nochmals auf den Weg, um das Kernstück des Wallfahrtsortes zu besichtigen.

Den riesigen Platz - angeblich zweimal die Größe des Petersplatzes - zwischen alter und neuer Basilika. Die alte Basilika - wobei zu sagen ist, dass diese ja auch erst in den 40er oder 50er Jahren erbaut wurde, mit den Grabmälern der drei Kinder, denen 1917 Maria erschienen ist. Den Bereich, wo man Kerzen entzünden kann.

Ana hatte verbrennen gesagt und ich dachte an eine Fehlübersetzung, aber tatsächlich brennen unter den Reihen an Kerzenhalterungen Feuer, damit die Kerzen wohl schneller verbrennen. Wir wollen uns dann noch die neue, erst 2017 eröffnete Basilika, die 9000 Gläubigen Platz bietet, anschauen, aber leider sperrt diese um 19 Uhr. Da sind wir 5 Minuten zu spät dran. Schade, das riesige goldene Altarbild hätte mich interessiert. Und auch die Innenraumgestaltung.
Nach dem Abendessen im Hotel machen wir uns nochmals auf den Weg - unser Hotel liegt dafür wirklich günstig - zurück zum großen Platz, weil dort allabendlich eine Lichterprozession stattfindet. Aber zuvor wird noch lange in der großen Open-Air-Kapelle gebetet, sodass wir die Prozession nicht mehr erleben, sondern die Kerze, ähh, das Handtuch werfen.

Ein Kuriosum: über den Platz verläuft ein Band aus Marmor - oder eben ganz glattem Stein. Auf diesem rutschen immer wieder Pilger*innen auf ihren Knien dem Heiligtum entgegen. No comment.