30August
2021

Heimreise

Unser letzter Vormittag in Rumänien beginnt verregnet. Na ja, um ehrlich zu sein, es schüttet. Aber nach dem Frühstück wird der Regen leichter und so machen sich Elisabeth und ich noch auf zu einem Spaziergang zum und im Erlenpark. Natürlich führt uns das Cachen hierher. Aufgrund des Wetters ist es sehr ruhig hier.

Unser Fahrer Adrian bringt uns dann zum Flughafen, eine Fahrt von ca. 15 Minuten. Dort klappt dann alles sehr gut. In München verabschieden wir uns von den anderen Reiseteilnehmer*innen und vertreiben uns die Zeit mit Münchner Fleischpflanzerl (= faschierte Laibchen) und Bier vom Hofbräuhaus. Wir haben ja einiges an Zeit totzuschlagen, von 15 bis 19.30 Uhr. Als wir uns rechtzeitig am Gate einfinden, heißt es: delayed. Die Dame am Schalter meint, der Flieger wäre noch nicht einmal in Wien gestartet. Uns Flug wird frühestens um 20.30 Uhr gehen. Doch dann schaltet die Anzeige plötzlich auf: cancelled. Wie wir später erfahren, gab's am Flughafen in Schwechat Bombenalarm. Und obwohl der Sprecher des Flughafens später meinte, bei den Flügen hätte es keinerlei Einschränkungen gegeben, können wir Anderes berichten.

Auf jeden Fall müssen wir noch eine Nacht in Deutschland anhängen. Das Best Western Erding entpuppt sich als sehr traurige Angelegenheit mit Ostblockcharme. Umso überraschter sind wir ob des opulenten Frühstücks am nächsten Morgen. Das beste Frühstücksbuffet der gesamten Reise. Immerhin ...

Danke, dass ihr uns auf unserer Reise begleitet habt! Mal schauen, wann das Team M-u-T wieder mal verreist.

 

28August
2021

Hermannstadt und Abschiedsessen

Auf Grund der Wettervorhersage beginnen wir unseren Stadtspaziergang erst um 10 Uhr.

Es gibt soviel zu bestaunen, u. a. die katholische Stadtpfarrkirche, das alte und das neue Rathaus, das barocke Brukenthal-Palais, die ehemaligen Zunfthäuser, der Ratturm, den Sagturm, die orthodoxe Kathedrale, die nach dem Vorbild der Hagia Sofia erbaut wurde usw.
 
 
Besonders hervorzuheben ist noch die gusseiserne Lügenbrücke. Der Legende nach, bricht das Bauwerk zusammen, wenn man auf ihr eine Lüge erzählt. 
 
 
Wir treffen mit einer Vertreterin der deutschen Minderheit zusammen, die uns durch das landeskichliche Museum führt. (zu lang, zu ermüdend)
Wir trennen uns um etwa 12.30 von der Gruppe und frönen unserem Hobby.
Dabei kommen wir an einer orthodoxen Kirche vorbei und werfen einen Blick hinein, der sich lohnt. 
Dazwischen trinken wir einen Kaffee (in einem kleinen Café, wo auch ein Cache zu finden ist)
 
 
und später auch noch ein Bier und sind rechtzeitig im Hotel bevor wir um 17 Uhr mit dem Bus nach Sibiel fahren. In diesem Dorf besichtigen wir das einzigartige Glasikonenmuseum und sind anschließend bei Bauern zu Gast.
 
 
Es ist unser Abschiedsessen (sehr gut und reichlich) und wir lassen die ganze Reise noch einmal Revue passieren und stellen fest, daß wir eine sehr harmonische Gruppe waren samt Fahrer und Reiseleiter. 
 
 
Am Friedhof ist mir etwas aufgefallen, was bei uns anders ist. Aber schaut doch selbst. 
 
 
Zurück beim Hotel verabschiedet sich Apollon noch ganz herzlich von jedem einzelnen, denn ihn sehen wir morgen nicht mehr. 
 
 
Der Fahrer bleibt uns noch erhalten und wird uns zum Flughafen bringen. 
 
27August
2021

Der liebe Wein

Nachdem gestern ja zwei Mitreisende krankheitshalber im Quartier geblieben sind und somit Birthälm nicht gesehen haben, machen wir zuerst einen nicht planmäßigen Halt in Medias, damit sie auch in den Genuss einer weiteren Kirchenburg zu kommen.

Besonders hervorzuheben ist hier der sehr hohe, schiefe und majolikagedeckte Turm und der schöne gotische Flügelaltar, der ebenfalls vom Meister vom Schottenstift in Wien geschaffen wurde. Außerdem gibt es einen hübschen Platz mit einem Park im Zentrum.

Danach geht's zum Schloss Bethlen-Haller in Kokelburg. Dieses wurde im französischen Renaissance-Stil errichtet und ist den Loireschlössern nachempfunden.

Nachdem es in der kommunistischen Zeit ziemlich verwüstet worden war, wurde es von einem Investor übernommen und wirklich hübsch renoviert und gehört nun zum Weingut Jidvei (das ist auch der Name der gesamten Region, auf deutsch heißt sie Seiden). Dieses Weingut ist mit einer Anbaufläche von 2.500 Hektar das sechstgrößte Weingut der Welt. Nachdem wir das Schloss besichtigt haben - die Räume wurden mit viel Liebe zum Detail renoviert und wieder eingerichtet -, fahren wir in eine der vier Produktionsstätten, wo alles natürlich sehr professionell vonstatten geht; riesige Stahltanks und alles voll automatisiert. Ein Megaplayer eben.

Zurück im Schloss dürfen wir noch eine Weinverkostung im schönen Keller erleben. Auch hier alles höchst professionell. Die Weine werden vom Chefönologen vorgestellt, es wurde eine wunderschöneTafel für uns vorbereitet und wir bekommen auch leckere Käseplatten aufgetischt.

Verkostet wird ein Sauvignon Blanc, ein Rosé, ein Sekt und ein Weinbrand. Der Rosé ist das neueste Produkt und das schmeckt man auch. Zum Abschluss bekommt auch noch jeder von uns eine Flasche Wein geschenkt.

In der Zwischenzeit hat es so richtig zu regnen begonnen und wir fahren weiter nach Alba Iulia, Karlsburg oder Weißenburg.

Diese Stadt ist wirklich eine große Überraschung für mich. Die barocke Zitadelle aus der Habsburgerzeit ist vollständig mit einer Befestigungsanlage mit Bastionen in Sternform umgeben. Die Festungsmauer ist 12 Kilometer lang! Beeindruckend. Und ich hatte zuvor noch nie den Namen dieses Ortes gehört. Nur leider lädt das Wetter nicht wirklich zum Verweilen ein.

Nun geht's weiter zur letzten Station unserer Reise, nach Sibiu, Hermannstadt. Wir fahren das erste und einzige Mal auf einer rumänischen Autobahn. Apollon berichtet davon, wie wichtig es war, dass Sibiu 2007 zur ersten europäischen Kulturhauptstadt des ehemaligen Ostblocks wurde. Und dass der damalige Bürgermeister Klaus Johannis durch dieses erfolgreiche Projekt so beliebt wurde, dass er schlussendlich auch zum Präsidenten gewählt wurde.

Wir beziehen unser Hotel am Rande der Altstadt und spazieren später zu einem Lokal, das auch sächsische Spezialitäten serviert.

Zurzeit findet in Sibiu ein (Theater)Festival statt. In der Fußgängerzone sehen wir eine Performance mit großen bunten Stabpuppen. Beim Nachhausegehen wird der große Hauptplatz von einem Popkonzert beschallt. Apollon zeigt uns noch ein paar hübsche Plätzchen bei Nacht. Dann geht's retour ins Hotel.

Exkurs: Manchmal sieht man hier in Rumänien noch Pferdewagen auf den Straßen, die für Transport und Landwirtschaft genutzt werden. Siehe Foto.

26August
2021

Wehrkirche Birthälm und buntes Schaessburg

Heute gibt es Frühstück ala carte. Da das Hotel so klein ist zahlt sich ein Buffet nicht wirklich aus.

Aber dafür kann man unter zehn verschiedenen Angeboten wählen. Sehr zufriedenstellend.

Wir fahren dann zur nahe gelegenen Wehrkirche von Birthälm. Das Dorf musste früher viele Angriffe über sich ergehen lassen und befestigte seine Kirche, weil das Geld fehlte, den ganzen Ort mit einer Wehranlage zu umgeben.
 
 
Die Kirche besitzt eine ganz besondere Sakristeitüre. Hinter ihr brachte man bei Belagerungen die Steuergelder und den Kirchenschatz in Sicherheit. Sie hat ein Schloß mit 13 Riegeln - dieses feinmechanische Kunststück der Renaissance erhielt auf der Weltausstellung 1900 in Paris einen Preis.
 
 
Zurück in Schäßburg machen wir zuerst einmal eine kurze Mittagspause und dann besichtigen wir die Altstadt, die die einzige noch erhaltene und bewohnte mittelalterliche Festung Europas sein soll. Als herausragendes Beispiel einer mittelalterlichen Stadt wurde sie 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt.
 
Beim angeblichen Geburtshaus von Dracula erzählt uns unser Reiseführer zuerst die historischen Fakten und auch wie es dann zu dieser großen Berühmtheit dieses "Vampirs" kam. 
Es gibt auch einen Gruselraum in diesem Haus, den wir natürlich auch besichtigen. 
 
 
Wir steigen dann noch zur Bergkirche hinauf, die über der Altstadt thront.
 
 
Zum Abschluß unseres Rundganges kehren wir in einem alten familienbetriebenen Schnapskeller ein und verkosten fünf verschiedene Sorten.
Dann trennen wir uns von der Gruppe und steigen nochmals zur Bergkirche hinauf, um dort einen Cache zu suchen, für den vorher zu wenig Zeit war.
 
 
Wir sind noch ca drei Stunden cachenderweise unterwegs bis wir uns dann am großen Platz in der Altstadt ein Bier gönnen und in der hereinbrechenden Dunkelheit die anderenTouristen beobachten und die Atmosphäre genießen.
 
 
25August
2021

Im Szeklerland

Wir fahren heute nach Targu Mures, das in jenem Gebiet Rumäniens liegt, das vorwiegend von Ungarn, den Szeklern, bewohnt wird. Hier machen wir einen Stadtspaziergang. Teilweise wurde der Ort bereits nach Ceausescus Plänen umgebaut, das beweist der erste Platz, den wir besuchen.

Aber gottseidank sind die schönen im ungarischen Jugendstil erbauten Gebäude der Präfektur und des Kulturpalastes auf einem anderen Platz erhalten geblieben. Den Kulturpalast besichtigen wir auch von innen:

Wunderschön bemalte Gänge, bunte Glasfenster im Spiegelsaal und im Konzertsaal probt gerade die Philharmonie.

Danach kommt der Hauptstopp des heutigen Tages: Corund, ein Handwerkerdorf. Dort dürfen wir uns zuerst selbst am Backen des Baumstriezels versuchen und unsere Produkte danach auch gleich verkosten.

Anschließend geht es mit dem Pferdewagen zuerst mal zu einem Töpfer, dem wir auch bei der Arbeit zusehen dürfen.

Danach zu einem Bioimker, wo wir verschiedenste Honigsorten verkosten können und es ganz herzallerliebste Babykatzen gibt.

Nächster Stopp dann bei einer Weberin, die auf einem 200 Jahre alten Webstuhl arbeitet und uns die einzelnen Arbeitsschritte näher bringt. Den Abschluss bildet der Besuch bei einem Zunderschwammverarbeiter. Das war die größte Überraschung für mich. Aus Buchen- und Birkenschwämmen kann ein lederartiges Material hergestellt werden, wobei die Buchenschwämme dehnbar sind, die Birkenschwämme nicht.

Schon Ötzi hatte beide bei sich. Den Buchenschwamm zum Entzünden des Feuers unterwegs - deshalb auch der Name Zunderschwamm -, den Birkenschwamm wegen seiner antibiotischen Wirkung.

Die nächsten zwei Tage übernachten wir in der Altstadt von Schäßburg (Sighisoara), die UNESCO Weltkulturerbe ist. Unser Hotel, die Casa Georgius Krauss, ist ein schönes altes Gebäude. Nach dem Abendessen im hoteleigenen Restaurant im urigen Keller machen wir noch eine Zimmertour, weil hier ja jedes Zimmer anders gestaltet und angelegt ist. Das Hotel ist so klein, dass wir es als Gruppe vollständig belegen.

Kleiner Exkurs: Wir sehen unterwegs immer wieder Störche, sowohl auf ihren Nestern als auch in den Feldern. Und die hübschen traditionellen Holztore möchten wir euch auch nicht vorenthalten.

Über die Tratschbankerl hat Elisabeth ja bereits geschrieben. Außerdem verfügen die Häuser auch noch traditionellerweise über ein eigenes Brunnenhäuschen. Oft sieht man auch bei den Häusern eine einzelne Kuh stehen bzw. andere Tiere wie Hühner, Ziegen, Schafe oder Pferde. Mir kommt vor, dass hier am Land noch viel mehr Wert auf etwas Selbstversorgung gelegt wird.

24August
2021

Holzkirchen in Maramures

Bis jetzt hatten wir bestes Reisewetter, doch heute regnet es schon bei der Abfahrt.

Heute führt unsere Fahrt in den nördlichsten Teil des Landes, in die wohl am traditionellste Region Maramures. 
Als erstes steht die älteste Holzkirche in Leud mit ihren Malereien im Inneren am Programm. 
 
 
Die Klosteranlage in Barsana mit zwei Kirchen, einer Kapelle, zwei Häusern, einem Sommerschiff und einem traditionellen Tor wurde Ende des vorigen Jahrhunderts von lokalen Handwerkern komplett aus Holz gefertigt.
 
 
In Bogdan Voda schauen wir uns eine weitere der interessanten, alten Holzkirchen an.
Die Anordnung der Fresken ist in den Kirchen ziemlich ident, sodass wir es bald schaffen könnten, uns
selbst zu führen. 😏🙄
 
 
Das Mittagessen nehmen wir privat bei einer sehr netten Dame ein und werden mit einem viergängigen Menü, sowie Rotwein, Kaffee und Schnaps verwöhnt.
 
 
Im Haus gegenüber bereitet sich gerade eine Hochzeitsgesellschaft vor. Die Braut bekommen wir leider nicht zu sehen. Hier zumindest ein Gast ...
 
 
Am Straßenrand steht eine schier endlose Schlange Autos und dazwischen unser Bus. Bei der Abfahrt sehen wir, daß auch unser Gefährt mit drei weißen Schleifen geschmückt worden ist. 🙂😊
 
Was mir hier in diesen Dörfern besonders gefällt, sind in den Gartenzaun integrierte "Tratschbankerl".
 
 
In Bistritz wieder angekommen machen wir gemeinsam noch einen kurzen Stadtrundgang. Wir trennen uns dann von der Gruppe, um noch einige Caches zu suchen.
 
Da bei unseren letzten Reisen manchen zu viele Bierfotos dabei waren, wollten wir diesmal abstinent leben. Doch wegen der eingegangenen Nachfrage, haben wir uns heute überwunden. Hier das nachgefragte Foto.
 
 
Ergänzend zum Wetter: mittags hat es wieder zu regnen aufgehört, sodass es doch wieder ein angenehmer Reisetag wurde. 
 
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Anm. d. Redaktion - *DAS* Highlight der Reise bis dato - laughing
23August
2021

Moldauklöster

Es ist wirklich schade, dass wir dieses super Zimmer schon nach einer Nacht wieder verlassen müssen. :-(

Heute brechen wir bereits kurz nach 8 Uhr auf, denn es steht uns eine längere Strecke bevor. Vorausschicken möchte ich, dass sich Moldau im Titel auf die Region dieses Namens bezieht und nichts mit dem Fluss in Tschechien zu tun hat. Kurze Einschaltung des Blogs mit Bildungsauftrag: Rumänien ist in 9 Regionen unterteilt: Maramuresch, Kreischland (sic!), Banat, Siebenbürgen (= Transsilvanien), Bukovina, Moldau, Kleine und Große Walachei und Dobruscha. Obwohl: die Klöster, die wir heute besuchen, liegen eigentlich nicht in Moldau, sondern in der Bukowina (*kopfkratz*).

Der erste Programmpunkt ist das Moldaukloster Voronet. Die Moldauklöster sind für ihre Wandmalereien aus dem 15. und 16. Jahrhundert bekannt und haben UNESCO-Weltkulturerbe-Status.

In Voronet ist die vorherrschende Farbe Blau. In Moldovita, das wir später besuchen, ist es Goldgelb. Besonders hervorzuheben ist das Gemälde zum Jüngsten Gericht. Alle diese Bilder dienten dazu, dem gemeinen Volk die religiösen Geschichten zu veranschaulichen. Eine frühe Form des Comics sozusagen.

Den Weg zum Kloster säumen Geschäfte, die durchwegs nur Ramsch verkaufen. Apollon macht kurz bei einem Freund Halt, der ein Hinterglasmaler ist.

Wie schon erwähnt, schauen wir uns danach auch noch das Kloster Moldovita an. Während uns in Voronet Apollon geführt hat, übernimmt dies in Moldovita Schwester Tatiana, die auch Deutsch spricht.

Sie ist eine Naturgewalt mit enorm viel Energie. Mir erscheint sie wie das Maschinengewehr Gottes. Dieser Vergleich ist meiner Meinung nach nicht übergriffig, da sie selbst von den Waffen Gottes spricht. Bei diesem Kloster ist auch die Mauer samt Türmen noch gut erhalten, denn auch dieses Kloster diente einst als Wehrkirche.

Anschließend fahren wir in ein Ostereiermuseum, das von einer Ostereierkünstlerin geleitet wird. Wir dürfen ihr auch bei der beliebtesten Technik zusehen.

Dabei werden mit Wachs jene Stellen abgedeckt, die nicht eingefärbt werden sollen. Danach wird das Ei zB in Gelb getaucht. Danach werden jene Stellen abgedeckt, die gelb bleiben sollen. Und das Ei wird in Hellgrün getaucht. Und so weiter und so fort. Am Schluss ist das Ei schlussendlich in der letzen Farbe gefärbt. Nun wird es erwärmt und das gesamte Wachs abgewischt, woraufhin das bunte Muster erst zutage tritt.

Nachdem die Muster wirklich sehr filigran sind, ist das ein langwieriger Prozess für das man gute Augen, eine super Vorstellungskraft und eine sichere Hand benötigt.

Am Weg bleiben wir dann noch an einer Kreuzung stehen, denn wir wollen Heidelbeeren kaufen. Eigentlich werden diese in großen Kübeln verkauft, für uns wird jedoch ein kleineres Gefäß hervorgezaubert. Es sind Waldbeeren und sie schmecken sehr gut. Eigentlich wird daraus ein beliebter Waldbeerenlikör produziert, den wir bereits beim Hinterglasmaler verkosten durften.

Elisabeth und ich hatten uns schon beim Schloss Peles eine Körbchen mit gemischten Beeren gekauft: Him-, Brom- und Heidelbeeren. Außerdem werden am Straßenrand auch Schwammerl und Melonen feilgeboten. Was halt gerade so Saison hat.

Exkurs zum Thema Getränke: Wir trinken natürlich zum Abendessen gerne Bier, einheimisches natürlich. Die Platzhirschen heißen hier anscheinend Ursus (Bär) und Ciuc (gesprochen: Tschuik, aus der gleichnamigen Stadt). Aber auch Wein haben wir schon verkostet. Und gestern beim Italiener bekamen wir als Digestif einen Jägercello - eine Mischung aus Jägermeister und Limoncello. Hat überraschenderweise gar nicht so schlecht geschmeckt. Apollon hat uns einmal auf eine Runde doppeltgebrannten Pflaumenschnaps eingeladen, dessen schöne Farbe von der Lagerung in Maulbeerfässern stammte. Er hat sehr gut geschmeckt und ist direkt ölig die Kehle hinuntergerannt. Das gewünschte Foto von Elisabeth mit Bierbegleitung wird ehebaldigst nachgereicht.

Wir fahren dann noch zweimal über Pässe, die aber nicht allzu hoch liegen. Am zweiten Pass steht das Draculahotel, bei dem wir auch halten, das aber leider in Konkurs gegangen ist.



Unser heutiges Ziel ist Bistritz, womit wir wieder in Siebenbürgen gelandet sind. Es ist sogar eine der sieben Burgen, die der Region ihren Namen gegeben haben. Das Hotel Metropol ist sehr schön, eher prunkig-elegant.

 

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Anmerkung der Redaktion: Auf besonderen Wunsch hin hier ein Bild des Reiseleiters!

 

22August
2021

Durch die Ostkarpaten

Um 9 Uhr geht es wieder los.

Eigentlich wäre unser erster Programmpunkt die mächtige Kirchenburg von Tartlau gewesen. Da diese aber ausgerechnet am heutigen Sonntag ihre Pforten erst um 11 Uhr öffnet besuchen wir die etwas kleinere Burg Honigberg.
 
 
Diese Kirchenburgen dienten zum Schutz der Bevölkerung vor feindlichen Truppen und es fanden die gesamten Bewohner des Dorfes darin Platz.
Wir besichtigen die Anlage und besteigen über steile Treppen sogar den Kirchturm für einen schönen Rundblick. 
Die Besonderheit in dieser Kirche: die Bänke für die Frauen haben keine Lehnen, damit sie sich die schönen langen Schleifen ihrer Tracht , die über den Rücken hängen, nicht zerknittern.
Wir fahren weiter in die Ostkarpaten und halten beim sogenannten "Roten See". Von Rot keine Spur, aber ein schön gelegener Bergsee. 
 
 
Dieser entstand durch einen massiven Erdrutsch im Jahre 1837, der den ganzen Wald mit sich riss. Noch heute ragen die Stümpfe der Bäume aus dem Wasser. Hier herrscht Kirtag- bzw. Jahrmarktstreiben. Erklärung dafür: es ist der letzte Feriensonntag und dazu traumhaftes Wetter.
Weiter geht die Reise zur Bicaz-Klamm, die wir ca 2km (neben der stark befahrenen Straße) durchwandern.
 
 
Die Felswände streben ca 300 m in die Höhe. Beeindruckend!
Das heutige Hotel in Piatra Neamt ist eine Überraschung. Unser Appartement hat ca 60 m2 und ist sehr modern und chick eingerichtet.
 
 
Vor dem Abendessen müssen wir uns natürlich noch einen Cache holen. 
 
Gegessen wird im benachbarten italienischen Restaurant. Essen, Trinken und Service alles vom Besten!
21August
2021

Bären und Dracula

Mitten in der Nacht beginnt mein Handy plötzlich wie wild zu klingeln: Automatische Warnung - ein Bär ist in Brasov unterwegs. Der perfekte Auftakt zu unserem ersten Programmpunkt heute: dem Bärenreservat Libearty (Achtung: Wortwitz!). In diesem Reservat leben zurzeit 112 Braunbären und nebenbei noch ein paar andere Tiere, um die sie sich kümmern.

In Rumänien war es lange Zeit üblich, dass sich Restaurant- oder Tankstellenbesitzer Bären als Attraktion gehalten haben. Diese sind zumeist in ganz kleinen Käfigen unter schrecklichen Bedingungen gehalten worden. Auch gab es viele Tanz- und Zirkusbären. Mit dem Beitritt zur EU mussten dann neue Gesetze erlassen werden, die die Haltung von Wildtieren verbieten. Und somit wurden diese Bären dann Schritt für Schritt vom Reservat übernommen.

Aber eigentlich sind sie für die gesamte Region zuständig und haben auch schon Tiere aus der Ukraine oder Moldawien übernommen. Ebenso werden sie gerufen, wenn es wild lebende Problembären gibt bzw. wenn verwaiste Bärenbabys gefunden werden. Dazu ist noch zu sagen, dass in den Karpaten offiziell 7.000 Bären leben, die Dunkelziffer liegt jedoch bei 10.000.

Unser nächstes Ziel ist die Burg Bran, die als Dracula-Schloss bekannt und das meistbesuchte Touristenziel Rumäniens ist.

 

Tatsächlich war Graf Vlad Draculea einstmals Besitzer. Die Burg ist schön gelegen und tatsächlich sehr gut besucht. Innen erscheint sie sehr gemütlich zu sein, war sie doch das Lieblingsschloss von Königin Maria, von der sie auch umgestaltet wurde.

Zu Fuße des Hügels befindet sich ein Park, in dem man sich zurzeit auch impfen lassen kann - wenn dich schon nicht Dracula beißt, dann lass dich wenigstens stechen. :-)

Und in einem Pavillion findet gerade eine Hochzeit statt. Tja, Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

Danach geht's auf einem anderen Weg retour nach Kronstadt, über die Berge sozusagen. Und wir machen auch Halt in einem Wintersportort, der auch jetzt im Sommer extrem gut besucht ist - okay, heute ist natürlich auch Samstag. Ich kann mir jedoch nur schwer vorstellen, dass auf diesen Höhen noch viel schigefahren werden kann, haben wir doch alle mit dem Schneemangel im Winter zu kämpfen.

Kronstadt, die Heimatstadt unseres Reiseleiters Apollon, liegt hübsch in einem Kessel. Also die Altstadt. Besonders hübsch ist der Platz rund um das alte Rathaus und die Schwarze Kirche, die von der deutschsprachigen Gemeinde gebaut wurde.

Angeblich der größte Kirchenbau zwischen Wien und der Türkei. Wir spazieren durch die Stadt und danach dann hinauf zu unserem Hotel.

Elisabeth und ich rasten uns ein bisschen aus, dann gehen wir wieder hinunter, um uns ein paar Caches zu holen. Danach treffen wir uns mit dem Rest der Gruppe zum Abendessen.

20August
2021

Hauptstadt ade!

Um 7.15 beginnt der Tag mit einem eher enttäuschenden Frühstück (kein Buffet).

Anschließend fahren wir in die Altstadt, von der nur mehr etwa 10% erhalten sind. Alles andere musste dem größenwahnsinnigen Projekt des Diktators Ceausescu weichen. Wir machen einen Rundgang und sehen sehr schön renovierte Häuser, aber auch sehr desolate, wo man aber noch die einstigen eindrucksvollen Fassaden erkennen kann.
 
 
Dann fahren wir zum Parlamentspalast und um diesen herum. Die Ausdehnung dieses Gebäudes ist unglaublich (nach dem Pentagon das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt). Dafür (samt seinen umfangreichen Außenanlagen) mußten ca 50 Kirchen, zahlreiche Villen und Häuser abgerissen werden.
 
 
Wir verlassen die Hauptstadt und fahren Richtung Norden den Bergen entgegen.
 
Wir machen Halt bei der Sommerresidenz des rumänischen Königs Karl I, ein im bayrischen Stil erbautes Schloß mit eindrucksvoller Innenausstattung.
 
 
Spazieren weiter zum Kloster Sinaia, besichtigen die alte und die neue Klosterkirche, letztere hat König Karl I erbauen lassen.
 
 
Unser heutiges Tagesziel ist Kronstadt. Von unserem Hotel aus kann man die Stadt gut überblicken. Macht einen sehr hübschen Eindruck. Erkundet wird sie morgen. 
Übrigens ist unser Reiseleiter von hier. 
 
 
Da das Restaurant im Hotel geschlossen ist, gehen wir zu einem sehr schönen Lokal, wo das Essen sehr gut ist, aber endlos auf sich warten lässt.
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